studies on the universalism – 1. study. fail.

(German below)

13 performers are lying in an upwards embryonic pose. They lie next to each other in a rectangular structure. The performers hold the embryonic position as long as they are physically able to endure. There is one way to exit this position, by swinging forward on the spine and falling into a prone position. In the prone position legs and arms are stretched upwards, the mouth is next to a microphone which is fixed on the floor next to each performer. Now the performers can speak about the exertion by breathing into the microphone. From outside a system decides whether the performers’ breathing can be heard or not. The surrounding area is a field of installed thin pillars made of concrete. They vary in terms of their stability and exterior shape. They can break when the performers reach for the pillars to use them as support to endure the embryonic pose. Some of the pillars evoke the image of ruins. The performers wear skin-like tissue, long johns and vests, made of natural latex and textile.

‘Studies on the universalism’ is a study by the medium of performance about abuse, starving relationships and deals with performance as a livinguniversalism. The studies question universalism as a totality throughout time and space realized through n-relations/connections made by performance as a medium.

Study 1 is an image/symbolism/embodiment of a total failure. The performers live in this failure. They separate each other through the criteria of progress or failure. They show a homogeneous physical effort by staying in two poses and holding this position. On this level the performers experience the same challenges. On a second level a divergence exists depending on the different conditions of the performers. An external system decides if the performers can be heard or not in their moment of effort. “Where the accident of birth has them thrown” (Friedrich Schiller), there they remain, tormented by environmental conditions. Who remains in their social lower position and underdeveloped place on earth, who grows up, who decides what about others, lives next to each other, zoning, as a delimitable structure? “Caesura of the continuum” (Michel Foucault) represents a failure of a universal nature.

Concept, Performance, Installation, Costume: Christi Knak Tschaikowskaja

Sound-Performance: Inu Jung

Animation: Phaidonas Gialis

Audiosystem and -scripting: Roman Jungblut

Concept-Team: Christi Knak Tschaikowskaja, Inu Jung, Phaidonas Gialis, Roman Jungblut, Richard C. Kaldenhoff

Performer: Richard C. Kaldenhoff, Kate Hattley, Mathilde Hawkins, Dani DaEun Kim, Mikkel Haynes, Biniam Graffé, Adalberto José, Williams Davids-Amosu, Youeb Dachraoui, Julian Quentin, Johanna Johnen, Lucas Wölfl, Ella Rose Kühn, Isaac Espinoza Hidrobo

Foto: Claus Daniel Herrmann, Ruth Magers

Film: Camie Rüther

studies on the universalism. 1. study. fail.

13 Performer.innen liegen in der nach oben zeigenden Embryonalpose nebeneinander. Ihre Reihung bildet eine rechteckige Form – Empore/Abgrenzung/Beschaubares. Die Embryonalpose wird gehalten. Der Ausweg aus der Pose ist, sich über die Wirbelsäule in die frontale Bauchlageposition zu schwingen. Arme und Beine werden nach oben gestreckt. Es kann in ein Mikrophon geatmet werden, das vor den Performer.innen von der Decke hängt. Die körperliche Anstrengung ist sichtbar. Die Anstrengung kann neben dem Atmen auch durch ein Keuchen ausgedrückt werden. Jemand von außen bestimmt, ob die nach Luft Ringenden gehört werden. Um die Performer.innen herum sind schmale Betonsäulen, in unterschiedlicher Anordnung und Festigkeit, installiert. Um sich in der Embryonalpose zu halten, kann nach den Säulen gegriffen werden. Einige Betonsäulen werden brechen oder haben eine ruinenartige Oberfläche. Die Performer.innen tragen hautähnliche lange Unterhosen und kurze Unterhemden aus Naturlatex und Stoff.

Missstände, erstarrende Verhältnisse durch Performance erleben. ‚studies on the universalism‘ ist eine Studie zur Performance als mediale Form, mit der Fragestellung, ob es möglich ist, Universalismus durch n-Verbindungen als eine räumliche und zeitübergreifende Ganzheit zu manifestieren.

Die 1. Studie beschäftigt sich mit der Verbildlichung/Symbolisierung/embodiment des ‚fail‘s einer Ganzheit. Gleichzeitig leben die Performer.innen in dem fail, sie grenzen sich durch das Vorankommen oder Scheitern voneinander ab. Eine gleichartige menschliche Anstrengung wird durch lediglich zwei mögliche Bewegungsformen auf einer 1. Ebene abgebildet. Auf einer 2. Ebene wird eine Ungleichheit durch die Divergenz von dem visuell Sichtbarem und dem auditiv Hörbarem der Anstrengung wahrgenommen: Abhängig von Nationalität, Herkunft, Stand, dem Ort der Geburt, den zur Welt kommenden Verhältnissen – „Wo der Zufall der Geburt sie hingeworfen“1 hat, dort verbleiben sie, von umweltlichen Bedingungen gepeinigt. Ein universeller Zusammenhang wird verrückt durch ungleiche Bedingungen und Konditionen. Die seit Generationen in der Opferrolle Lebenden, durch einmalige Ereignisse in die Opferrolle Verfallenden, die darüber Richtenden und Entscheidenden, die, die nicht entscheiden, sich aber in ihrer Besserstellung Versichernden, die, die den Opfern viele andersartige Charakteristika zuschreiben, leben nebeneinander als ein abgrenzbares Gefüge. Die „Zäsur des Kontinuums“2 stellt einen ‚fail‘ einer universellen Beschaffenheit dar.

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